Bericht vom 14.06.07
An der Bocholder Straße sind die Raser zu Hause
Mobile Carrera-Bahn ermöglicht jetzt auswärtige Rennen
Bei kleinen Autos bekommen auch erwachsene Männer noch immer leuchtende Augen: Im Slotcar Club Ruhr (SCC) treffen sich die elf Mitglieder regelmäßig, um ihre Autos über die Carrerapiste zu jagen. Jetzt haben die Männer sogar eine mobile Rennbahn gebaut.
Wie kommen erwachsene Männer auf die Idee, Slotcar zu fahren? Im Jahr 2001 erinnerte sich Andreas Bruckert an seine Carrerabahn aus Kindertagen, die auf seinem Dachboden verstaubte. Eigentlich wollte er sie nur seinen Nachbarskindern zeigen und holte sie darum gemeinsam mit, seinen Freunden Christian Risse und Dirk Bockholt in seine Wohnung. Dann kam alles anders als geplant: Die Nachbarskinder hatten das Nachsehen und die Männer entdeckten die verloren geglaubte Carrera-Leidenschaft in sich wieder.
Bis zum Sommer 2002 trafen sich die drei Männer regelmäßig in Bruckerts Wohnzimmer, um Rennen zu fahren, die Strecke zu vergrößern und an den Autos zu tüfteln. Irgendwann war allen klar: Die Bahn war zu groß, um weiterhin im Wohnzimmer stehen zu können - der Slotcar Club Ruhr, den man schließlich auf einer Geburtstagsfeier im Jahr 2002 offiziell gründete, brauchte ein eigenes Clubhaus. So zog man zunächst mit der immerhin schon vierspurigen Bahn in ein Lokal in der Mülheimer Straße. Auch hier wuchs die Bahn irgendwann über die Grenzen des Raums hinaus - die Clubmitglieder begannen 2003 mit den Vorbereitungen für den Umzug in die Bocholder Straße. Im Januar 2004 war der Umzug abgeschlossen: Die Bahn konnte endlich in voller Länge und Breite Platz finden.
Eine sechsspurige Rennbahn
Über rund 38 Meter erstreckt sich die sechsspurige Rennbahn des SCC in ihrem Clubhaus. Doch genauso spektakulär wie die eigentliche Rennstrecke ist auch die Dekoration um sie herum: Rasen, Zuschauertribünen, Tankstellen, Boxengassen, Streckenposten - alles, was man an einer "richtigen" Rennstrecke finden kann, findet man auch als Miniaturausgabe an der liebevoll gestalteten Rennstrecke. "Mit der Zeit kommt immer etwas Neues dazu", erzählt Dirk Bockholt. Da kann man schon mal die Übersicht verlieren, findet Christian Risse, der gerade zum ersten Mal die neue Tankstelle neben der Rennstrecke bemerkt.
Mittlerweile hat der Club elf männliche Mitglieder: "Auf das erste weibliche Mitglied warten wir noch", zwinkert der 42-jährige Dirk Bockholt. Jeden Mittwochabend treffen sie sich im Club- haus, um dort an ihren Autos zu tüfteln und mit ihren Autos über die Rennstrecke zu rasen, während auf dem Computermonitor die Rundenzeiten angezeigt werden. Bis zu 30 000 Umdrehungen schaffen die Motoren der rund 12 Zentimeter langen Autos. "Wir fahren auch Meisterschaften, die vergleichbar sind mit der Formel 1", erklärt Bockholt, "in mehreren Monaten Rennsaison ermitteln wir dann einen Meisterschaftssieger." So einfach, wie das Ganze aussieht, ist es nicht: Es erfordert einiges an Fingerspitzengefühl, an den richtigen Stellen Gas zu geben und zu bremsen.
Auch mit befreundeten Slotcar Clubs aus Gelsenkirchen und Duisburg liefern sich die Bor- becker Rennsportfans spannende Duelle: "Oft sagen die Clubs dann, wir sollen mal mit unserer Bahn vorbeikommen", erzählt Bockholt, "aber die ist so groß, dass wir sie nicht mal eben so abbauen können!" Darum beschloss der SCC jetzt: Eine portable Bahn muss her! Gemeinsam machten sich die Mitglieder an die Konstruktion und den Bau der mobilen Bahn: Nach Planung am Computer und zwei Monaten Bauzeit haben die SCC-Mitglieder die Bahn jetzt fertig gestellt. "Wir haben alles selbst gemacht", ist Bockholt stolz. Vier Spuren breit und 18,92 Rennfahr- Meter lang ist sie geworden. Die Bahn kann problemlos in drei Teile geteilt und in einem Hänger transportiert werden. "Jetzt können wir wirklich überall hin", freut sich Bockholt, "zu auswärtigen Rennen genauso wie als Unterhaltung zu Stadtteilfesten."
Nicht nur Mitglieder können im SCC ihre Runden drehen: An jedem ersten, dritten und fünften Donnerstag im Monat lädt der Club zu einem freien Training für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren. Zwischen 18.30 und 21.30 Uhr kann man dann seine Runden auf der Carrera- bahn drehen. Die Teilnahme am freien Training kostet 5 Euro pro Veranstaltung zuzüglich je 2,50 Euro Leihgebühr für Regler und Fahrzeug. An jedem ersten Samstag im Monat können Kinder zwischen acht und 15 Jahren zum freien Training kommen: Für 3 Euro pro Veranstal- tung und 1 Euro je Leihgerät geht es für sie zwischen 15 und 17 Uhr so richtig rund. An Feiertagen fällt das freie Training aus.
Mehr Infos zum Slotcar Club Ruhr gibt es auch im Internet unter: www.scc-ruhr.de; unter Tel.: 0176-23592157 ist Dirk Bockholt für die Organisation von Kindergeburtstagen zu erreichen.
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Quelle: Borbecker Nachrichten vom 14.06.07
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